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- 15.08.2007
Ein Besuch im Brenzpark als Gaumenfreude (4)
Gastronomisches Kontrastprogramm
Vielleicht liegt es ja am Namen: "Treffpunkt Grün" - das klingt eher nach "öko" oder "bio" als nach Restaurant. Dieser Treffpunkt ist die einzige offizielle Gastronomie im Brenzpark (der Name stammt noch von der Landesgartenschau und sollte erhalten bleiben, weil er auf allen Hinweisschildern steht), aber das Geschäft läuft bislang äußerst wechselhaft - wie das Wetter eben. Dabei ist der "Treffpunkt Grün" ein richtig schöner Biergarten, liegt mitten im Park zwischen "Rotem Teppich" und "Raritätengarten" unter großen alten Bäumen und bietet Platz für 400 Gäste. Dazu kommen bis zu 200 Sitzplätze in der ehemaligen Schreinerei, die von der Stadt Heidenheim originell renoviert wurde und für Feste aller Art gemietet werden kann. Pächterin Anna Busse kann mit solchen Gästezahlen umgehen, das hat sie in 28 Jahren Voith-Kantine und sieben Jahren "Heiderose" gelernt. Unterstützt wird sie von ihrem Sohn Bernd, der allerdings jetzt weniger Zeit hat, weil er vor kurzem das Restaurant "Zweierlei" in der Hauptstraße eröffnet, und ihrem Mann Karl-Heinz. Der "schafft beim Voith, weil einer in der Familie Geld verdienen muss", aber in seiner Freizeit macht der "den Dippel vom Dienst", für den Rest der Familie. Die Speisekarte ist bodenständig und überschaubar, die Preise sehr zivil: Zwölf Gerichte von Schnitzel über Wurstsalat bis Spätzle mit Soße, sonntags gibt es "Extras", und "Kaffee und Kuchen am Nachmittag gehen immer", freut sich Anna Busse. Für die Sommerferien plant sie "Schnitzelabende" und spezielle Kinderteller. Erst kurz nach Ostern haben die Busses den Pachtvertrag für den "Treffpunkt Grün" unterschrieben, dann innerhalb von drei Wochen in der Schreinerei eine neue Küche und eine Ausgabetheke einbauen lassen und dafür knapp 60 000 Euro investiert. Allein die "Pager" haben fast 6000 Euro gekostet. Diese sind eine clevere Erfindung: Der Gast bestellt sein Essen an der Theke, nimmt eines dieser "Apparätle" mit an seinen Tisch, und wenn es klingelt, ist das Essen fertig und kann abgeholt werden. Klasse! Anna Busse liebt ihren Arbeitsplatz im Park, auch wenn das Geschäft, wie gesagt, noch sehr wechselhaft ist: Schließlich ist der ganze Brenzpark ein Experiment, und vieles muss sich noch einspielen. An manchen Wochenenden, wenn eine Großveranstaltung stattfindet, strömen die Gäste zu Hunderten in den "Treffpunkt Grün", aber "an manchen Wochentagen machen wir gerade mal 20 Euro Umsatz", klagt Karl-Heinz Busse. "Bei uns ist entweder ganz wenig oder ganz viel los." Auch der Winter macht den Busses Sorgen. Die Stadt hat in der Schreinerei alle notwendigen Installationen und eine Heizung eingebaut, aber die wird für den großen Raum nicht ausreichen, glauben sie. Zwar haben sie einige Ideen, um den Raum im Winter gemütlicher zu machen - Raumteiler, Schwedenofen, neue Fensterverglasung - aber weder die Pächter noch die Stadt Heidenheim wollen in dieser Phase noch mehr Geld investieren. Erst mal will man sehen, wie sich die Gästezahlen entwickeln, aber da sind alle Beteiligten optimistisch. Am anderen Brenzufer wartet das Kontrastprogramm zur Biergarten-Idylle. "Es ist zwar nur die Brenz, aber man fühlt sich wie am Großstadt-Strand, nicht?", freut sich Sabine Haslanger. Zusammen mit ihrer Partnerin Eleni Kaystinou-Becker hat sie vorigen Herbst das "Pier" eröffnet, eine Lounge- Bar im Erdgeschoss des ehemaligen WCM-Ballenlagers, die überraschend gut angenommen wird, und zwar von allen Altersgruppen. "Da es den typischen Heidenheimer nicht gibt, weiß man ja nie, was hier geht und was nicht." Das "Pier" geht, und deshalb hatten die beiden jungen Frauen den Mut, eine "Pier"-Terrasse einzurichten. Dort sitzt man auf eleganten Teakholzstühlen und genießt die Abendsonne - das "Pier" öffnet nämlich die Woche über erst um 17 Uhr (samstags und in den Ferien um 14 Uhr, sonntags schon um 11 Uhr), aber nur dann, wenn schönes Wetter ist. Zurzeit wird das großzügige hölzerne "Deck" noch erweitert, schicke Beach-Sofas sind dazugekommen, und mittlerweile gibt es drei große Türen von der Bar und dem Restaurant zur Terrasse. Die Speisekarte ist übersichtlich - Antipasti, Schwäbisches, Salate und Kuchen, aber die Getränkekarte liest sich, wie es sich für eine Bar gehört, wie ein spannendes Buch. Und am Sonntagmorgen auf der "Pier"-Terrasse bei einer Tasse Cappuccino dem Promenadenkonzert lauschen, entspannt auf die Strandkörbe, die Brenz und den schönen Park blicken, das hat was! Übrigens, wer die Drehkreuze an den Parkeingängen scheut und den Park bequem durch das "Pier" betreten will, kann das - während der Öffnungszeiten - gerne tun, allerdings nicht gratis. Das Personal ist freundlich, aber unerbittlich und kassiert 1 Euro Eintritt oder lässt sich die Dauerkarte zeigen.
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